Leichtathletik
  Techniken
 


Techniken und deren physikalische Grundlagen

 

Die Bedeutung des Körperschwerpunkts

 

„Der Körperschwerpunkt (KSP) ist ein fiktiver Punkt in dem die Masse des gesamten Körpers gedacht werden kann und Angriffspunkt der Schwerkraft.“

Beim Hock- und Schersprung ist der Körperschwerpunkt logischerweise, da man mit allen Körperteilen über der Latte ist, auch über der Latte. Beim Straddle und beim Flop „schlängelt“ man sich um die Latte herum. Nie sind alle Körperteile gleichzeitig über der Latte, immer ist ein Teil des Körpers auch unter der Latte. So können akrobatische Springer mit dem Flop die Latte überqueren und schaffen es dabei, dass der Körperschwerpunkt dennoch unter der Latte liegt. Das hat zur Folge, dass man für die selbe zu überspringende Höhe, weniger Kraft aufzuwenden hat, da man seinen Körperschwerpunkt nicht so hoch anheben muss.

 


Hocksprung

 

Die wichtigste Regel die für alle Techniken im Hochsprung gilt ist, dass man nur mit einem Bein abspringen darf. Die wohl älteste Technik im Hochsprung ist der Hocksprung. Beim Hocksprung läuft man frontal auf die Latte zu, springt ab und zieht die Beine zu einer Hocke an. Mit dieser Technik konnten noch keine so hohen Höhen erzielt werden, da der Körperschwerpunkt sehr weit über der Latte liegt.

Früher konnten jedoch auch nicht Techniken wie der Flop angewandt werden, da man auf einen Sandhügel und nicht auf eine weiche Schaumstoffmatte sprang.


Schersprung

Nach dem Hocksprung sprang man für lange Zeit den Schersprung.











Beim Schersprung läuft man schräg auf die Matte zu und springt mit dem lattenfernen Bein ab. Gleichzeitig mit dem Absprung wird das lattennahe Bein schwungvoll nach oben geschleudert. Dieses Bein überquert die Latte als erstes. Danach wird das andere Bein nachgezogen. Der Oberkörper bleibt die ganze Zeit über aufrecht oder leicht nach vorne gekippt. Auf keinen Fall jedoch darf man sich nach hinten lehnen, da man sonst die Kontrolle über den Sprung verliert. Gelandet wird auf dem Bein, das die Latte zuerst überquert hat. Mit dieser Technik liegt der Körperschwerpunkt schon deutlich tiefer, als beim Hocksprung, jedoch immer noch weit über der Latte.

Straddle

 

Beim Straddle läuft man wie beim Schersprung schräg auf die Matte zu an und springt mit dem mattennahen Bein ab.





Bei den letzten drei Anlaufschritten wird der Körperschwerpunkt abgesenkt. Der vorletzte Schritt wird weit nach vorne gesetzt, um den Körperschwerpunkt noch mehr abzusenken. Die Anlaufgeschwindigkeit sollte nun ca. 4 m/s betragen. Der letzte Schritt wird ein bisschen mehr nach rechts bzw. nach links (Linksspringer nach rechts, Rechtsspringer nach links) gesetzt. Beim letzten Schritt ist auch das Tempo etwas langsamer, als zuvor und der Körper befindet sich in einer Rücklage.

Die Arme und das Schwungbein werden hochgeschleudert. Durch diese Schwungelemente wird der Körperschwerpunkt beim Absprung deutlich angehoben und die Abfluggeschwindigkeit ist höher, als die Anlaufgeschwindigkeit.

Ist man dann in der Luft, versucht der linke Arm zu verhindern, dass man sich mit der Brust zur Latte neigt. Im Gegensatz dazu greift der rechte Arm über die Latte hinüber. Erst wenn sich der gesamte Körper über der Latte befindet, wendet sich die Brust auch zur Latte hin. Im gleichen Moment greift der rechte Arm aktiv hinab. Dadurch nimmt die Schulterachsenrotation zu. Die Folge davon ist, dass die Beckenachsenrotation abnimmt. So kann der Rumpf abtauchen und das Becken steigt trotzdem noch weiter in die Höhe.

Die Matte wird zuerst mit dem rechten Arm erreicht. Man rollt anfangs über diesen und dann über die Schulter ab, bis schließlich der ganze Körper auf der Matte liegt. Bei dieser Technik liegt der Körperschwerpunkt sehr viel tiefer als bei allen hervorgehenden Techniken. Einige sagen, dass mit dieser Technik, ebenfalls wie beim Flop, erreicht werden kann, dass der Körperschwerpunkt unter der Matte liegt. Allgemein sagt man jedoch, dass der Körperschwerpunkt ca. 5 cm über der Latte liegt.


Fosbury Flop

 

Der Fosbury Flop, meistens auch nur Flop genannt, ist die neueste Technik im Hochsprung.






Ein bekanntes Modell zur Veranschaulichung der Hochsprungleistungen ist das Teilhöhenmodell. Im Teilhöhenmodell untergliedert man die Hochsprungleistungen, wie der Name schon sagt, in Teilhöhen. Die Aussage des Modells lautet: H=h1+h2-h3, wobei H die übersprungene Höhe ist.

H1 steht für den Körperschwerpunkt im Stand. Er liegt im Durchschnitt bei 56 bis 57 Prozent der Körpergröße. H2 beschreibt die Steighöhe zwischen der Höhe des Körperschwerpunkts im Stand und der maximalen Flughöhe des Körperschwerpunkts. Die Lattenüberhöhung, also die Differenz der maximalen Steighöhe und der Latte wird mit h3 bezeichnet. (Eigentlich sind noch zwei weitere Teilhöhen von Nöten. Da dies insgesamt sehr komplex ist, führe ich diese zwei Teilhöhen in meiner Arbeit nicht ein.)

In der Regel hat man sieben bis neun Anlaufschritte. Bei sieben Anlaufschritten läuft man die ersten drei nur gerade aus (rechtwinklig zur Sprunganlage). Diese drei Schritte sind jedoch trotzdem ein sehr wichtiger Teil des Anlaufs. Sie werden druckvoll Ausgeführt und sorgen so für eine deutliche, jedoch nicht maximale Beschleunigung. Sehr wichtig ist es, darauf zu achten, dass der Oberkörper stets seine aufrechte Haltung beibehält.

Die folgenden vier Schritte dienen zum Kurvenlauf, um die Rotation, die man später über der Latte benötigt zu bekommen, und zur Absprungvorbereitung. Der zu laufende Kurvenradius ist von Springer zu Springer unterschiedlich. Es hängt von Technik, Kondition und Rumpfkraft ab. Für die Kurve wird die Geschwindigkeit etwas gesteigert. Ganz wichtig ist dabei die Kurveninnenlage. Diese ist jedoch abhängig vom Kurvenradius und der Geschwindigkeit. Bei der Geschwindigkeit ist es ähnlich wie beim Kurvenradius. Man kann nur so schnell laufen, wie es die Fähigkeiten des Springers zulassen. Die Rumpfkraft spielt dabei eine sehr große Rolle.

Die letzten beiden Schritte dienen der Absprungvorbereitung. Hier ist die Kunst, seine Geschwindigkeit bei der Absprungvorbereitung beizubehalten und diese auch in Höhe umsetzen zu können. Den vorletzten Schritt setzt man über die ganze Fußsohle und beugt sein Knie etwas an, um den Körperschwerpunkt etwas abzusenken. Beim letzten Schritt gelangt der Oberkörper sogar etwas in Rücklage um den Körperschwerpunkt noch mehr abzusenken. Der Absprung sollte bestenfalls zwischen 60 – 80 cm von der Latte entfernt sein. Der Fußaufsatz beim Absprung sollte in Laufrichtung bis max. parallel zur Latte liegen. Beim Aufsatz des Fußes rollt man so schnell wie möglich von der Ferse auf den ganzen Fuß und springt dann ab. Wichtig dabei ist, dass die Schwungelemente (Arme, Bein) explosiv nach oben geschleudert werden und so nochmal Schwung nach oben zu bekommen die Rotation einzuleiten. Dabei gibt es zwei verschiedene Techniken. Die Führarmtechnik, bei der man den lattennahen Arm beim letzten Schritt hinter dem Körper fixiert und beim Absprung schwungvoll nach oben mit nimmt, oder den Doppelarmeinsatz, bei dem man beide Arme hinter dem Körper fixiert und beim Absprung energisch nach vorne oben schleudert. Der Körper ist in dieser Phase komplett durchgestreckt. Die Absprunghaltung wird nach dem Absprung noch kurz beibehalten. Der Führarm, also der lattennahe Arm, leitet die Lattenüberquerung ein. Er greift über die Latte und provoziert damit die Bogenspannung. Die Beine werden parallel geführt und sind leicht angeferst. Die Hüftüberstreckung kann durch Kopf in den Nacken noch betont werden. Geübte und akrobatische Springer können es so schaffen, dass der Körperschwerpunkt sogar unter der Latte liegt. Mit dem Kopf auf der Brust hat man jedoch eine bessere Körperkontrolle. Hier ist es wieder wichtig, dass jeder Springer für sich ein geeignetes Mittelmaß findet, welches seinen Fähigkeiten entspricht.

Nach der Lattenüberquerung des Rumpfes, wird die Hüfte angebeugt um die Beine besser nach oben zu bekommen und diese ebenfalls über die Latte befördern zu können. Sinnvoll ist es, die Beine erst mit gebeugtem Knie anzuheben und anschließend mit den Unterschenkeln auszukicken. Die Landung erfolgt auf den Schulterblättern oder dem Rücken. Am Besten ungefähr in der Mitte der Matte. Nicht zu nah am Rand und nicht zu nah an der Latte.


 
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